Modernes Hostel in Köln: Gemeinschaft trifft auf Komfort
Köln hat mich schon immer mit seiner Mischung aus rheinischem Charme, Dom-Silhouette und einer vielfältigen Szene angezogen. Für ein langes Wochenende mit Freundinnen wollte ich diesmal bewusst nicht in ein klassisches Hotel, sondern in ein modernes Hostel einkehren. Der Gedanke dahinter: weniger anonyme Flure, mehr Begegnungen mit anderen Reisenden, und gleichzeitig genug Rückzugsorte für entspannte Abende.
Schon beim Betreten der Unterkunft wurde klar, dass hier alles auf ein urbanes, offenes Konzept ausgerichtet ist. Helle Farben, warme Holztöne, viele Pflanzen und eine offene Küche prägen das Erdgeschoss. Es fühlt sich eher wie ein großes, stilvolles Wohnzimmer an als wie eine klassische Herberge, und genau diese Atmosphäre hat mich neugierig auf die kommenden Tage gemacht.
Die Lage mitten im Veedel
Das Hostel liegt in Ehrenfeld, einem Stadtteil, der für seine Kreativität, seine Cafés und seine bunte Mischung aus Alt und Jung bekannt ist. Von der Haustür aus bin ich in wenigen Minuten an kleinen Boutiquen, Plattenläden und Street-Art-Spots, die ich sonst nur aus Reisemagazinen kenne. Straßenbahn und S-Bahn sind fußläufig erreichbar, sodass der Dom, die Altstadt und die Rheinuferpromenade ohne Umsteigen zu erreichen sind.
Für mich als Plus-Size-Reisende ist die Lage besonders angenehm, weil viele Wege kurz und eben sind. Ich muss nicht über endlose Kopfsteinpflaster oder durch enge Gassen laufen, um an schöne Ecken zu kommen. Das macht den Aufenthalt entspannter und gibt mir Energie für ausgiebige Bummeltage.
Das Zimmer: kompakt und durchdacht
Ich habe mich für ein Privatzimmer mit eigenem Bad entschieden, weil ich mir nach langen Stadtspaziergängen Ruhe wünsche. Das Zimmer ist kompakt, aber clever geschnitten: ein bequemes Bett, ausreichend Stauraum, eine kleine Sitzecke am Fenster und ein Badezimmer, das größer ausfällt als in manchem Drei-Sterne-Hotel. Begeistert hat mich die gemütliche Bettwäsche und die Möglichkeit, das Zimmer komplett abzudunkeln, was in einer Großstadt Gold wert ist.
Für Reisen mit Plus-Size-Körpern ist es mir wichtig, dass Stühle, Betten und Ablagen stabil und breit genug sind. Hier war alles so dimensioniert, dass ich mich keine Sekunde unwohl gefühlt habe. Auch die Kleiderstange im Schrank bietet genug Platz für mehrere Outfits, was bei einem Städtetrip mit wechselnden Looks ein echtes Plus ist.
Gemeinschaftsräume, die verbinden
Das Herzstück des Hauses ist eine großzügige Gemeinschaftsküche mit langen Holztischen. Hier habe ich morgens mit einer Familie aus den Niederlanden gefrühstückt, mittags mit einer Soloselbstständigen aus Berlin Rezepte ausgetauscht und abends mit einer Studentin aus Köln über Vintage-Märkte geplaudert. Die Atmosphäre ist entspannt, niemand wird zum Reden gezwungen, und gleichzeitig entstehen schnell echte Begegnungen.
Ergänzt wird die Küche durch eine gemütliche Lounge mit tiefen Sofas, eine kleine Bibliothek mit Reiseführern und einen Innenhof, der zum Verweilen einlädt. An zwei Abenden hat das Hostel kleine Events organisiert: ein gemeinsames Rievkooche-Essen und einen Spieleabend. Wer mag, macht mit, wer lieber für sich bleibt, hat trotzdem seine Rückzugsorte.
Nachhaltigkeit als roter Faden
Was mich besonders überzeugt hat, ist der bewusste Umgang mit Ressourcen. Im Badezimmer stehen keine winzigen Plastikfläschchen, sondern große Spender mit biologisch abbaubaren Pflegeprodukten. Die Handtücher werden nur auf Wunsch gewechselt, und im Frühstücksbuffet achtet das Team darauf, regionale sowie unverpackte Zutaten zu verwenden. Das passt zu meiner eigenen Einstellung, weshalb ich mich auch in meinem Alltag immer wieder mit plastikfreien Routinen beschäftige.
Auch beim Thema Mode und Konsum spielt das Hostel eine aktive Rolle. Im Eingangsbereich hängt eine Tafel mit aktuellen Veranstaltungen aus dem Viertel, darunter regelmäßig Kleidertauschpartys und Repair-Cafés in der Nachbarschaft. Wer nachhaltig reisen will, bekommt hier ein gutes Gewissen beim Schlafen und entdeckt gleichzeitig Inspirationen für den Alltag.
Komfort, der den Alltag erleichtert
Trotz Hostel-Charakter fehlt es an keinem Komfort, den ich von einem guten Hotel gewohnt bin. Das WLAN ist schnell und stabil, auch für Videocalls zwischendurch. Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt, sodass ich bei einer späten Anreise problemlos einchecken konnte. Es gibt Schließfächer im Eingangsbereich, eine Gepäckaufbewahrung am Abreisetag und einen kleinen Fitnessraum, den ich allerdings kaum genutzt habe, weil die Stadt lockte.
Das Frühstücksbuffet ist liebevoll zusammengestellt: frische Brötchen, vegane Aufstriche, Obst, Joghurt, Müsli und fair gehandelter Kaffee. Auf Nachfrage bekam ich glutenfreies Brot und Hafermilch, ohne dass ich lange erklären musste. Solche kleinen Details machen für mich den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem wirklich guten Aufenthalt aus. Die plastikfreien Portionsverpackungen erinnern mich an meinen plastikfreien Monat, der ähnliche Routinen in meinen Alltag gebracht hat.
Kulinarik und Kölner Szene
Auch abends lohnt es sich, das Hostel als Ausgangspunkt zu nehmen. Ehrenfeld bietet eine Fülle an Restaurants, von deftiger rheinischer Küche bis hin zu modernen vegetarischen Konzepten. Ich habe an einem Abend Kölsch in einem Brauhaus direkt am Gründerzeit-Bau getrunken, an einem anderen eine kleine Cocktailbar in einer ehemaligen Fabrikhalle besucht. Beides war bequem zu Fuß erreichbar, sodass ich auf Taxis oder lange ÖPNV-Fahrten verzichten konnte.
Zurück im Hostel habe ich den Abend oft in der Lounge ausklingen lassen, mit einem Tee aus der Selbstbedienungstheke und einem guten Buch. Diese Mischung aus pulsierender Stadt und ruhigem Rückzugsort hat den Aufenthalt für mich rund gemacht.
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