DIY Seife mit Lavendel und Haferflocken selber machen

Seit ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal ein Stück handgemachte Seife in den Händen hielt, hat mich das Basteln eigener Pflegeprodukte nicht mehr losgelassen. Der Duft von frischem Lavendel, das feine Knistern der Haferflocken unter den Fingern und das Wissen, dass in jedem Riegel nichts steckt außer ausgewählten Ölen und Kräutern, fühlt sich wie ein kleines Stück Luxus im Alltag an. Gerade in einer Jahreszeit, in der die Haut nach Zuwendung verlangt, ist eine selbst gerührte Seife eine wunderbare Idee.

Lavendel und Haferflocken sind eine Kombination, die mich immer wieder begeistert. Während Lavendel für seine beruhigenden Eigenschaften bekannt ist und in der Aromatherapie seit Jahrhunderten geschätzt wird, gelten Haferflocken als sanftes Hausmittel bei empfindlicher oder trockener Haut. Zusammen entsteht ein Stück Seife, das die Sinne entspannt und die Haut pflegt, ganz ohne synthetische Zusätze und aggressive Tenside.

DIY Seife passt perfekt zu einem bewussten Lebensstil, der auf Plastikreduktion und natürliche Produkte setzt. Wer einmal angefangen hat, die Zutaten selbst abzuwägen, möchte oft gar nicht mehr zurück zu konventionellen Drogerieartikeln. Handgemachte Seifen sind außerdem wunderbare Mitbringsel, die von Herzen kommen und sich individuell gestalten lassen. Wer noch nie selbst eine Seife gesiedet hat, darf sich auf ein meditatives Erlebnis freuen.

In den folgenden Abschnitten erkläre ich, welche Zutaten du brauchst, wie die Kaltverseifung Schritt für Schritt gelingt und worauf du beim Umgang mit Lauge achten solltest. Dazu gibt es Tipps zu Variationen, Verpackungsideen und zur richtigen Lagerung, damit deine Seife lange frisch bleibt.

Zutaten und Material für etwa 800 Gramm Seife

Für eine Charge von rund 800 Gramm Seife brauchst du 300 g Olivenöl, 200 g Kokosöl, 100 g Sheabutter und 50 g Rizinusöl. Dazu kommen 120 g destilliertes Wasser und 79 g Natriumhydroxid, auch Ätznatron genannt. Für die besondere Note kommen zwei Esslöffel getrocknete Lavendelblüten, ein Esslöffel fein gemahlene Haferflocken und etwa 15 ml ätherisches Lavendelöl in die Masse. Optional kannst du noch einen Teelöffel Tonerde oder Ringelblumenblüten hinzufügen.

An Material benötigst du eine digitale Küchenwaage, ein hitzebeständiges Gefäß aus Glas oder Edelstahl für die Lauge, einen zweiten Topf für die Öle, einen Stabmixer, eine Seifenform aus Silikon oder Holz, Schutzbrille, Handschuhe und ein Küchenthermometer. Alle Geräte, die mit Lauge in Berührung kommen, sollten danach nicht mehr für Lebensmittel verwendet werden.

Kaltverseifung Schritt für Schritt

Zuerst wiegst du das destillierte Wasser in einem hitzebeständigen Gefäß ab und stellst es beiseite. Dann wiegst du das Natriumhydroxid in einem zweiten Behälter. Gib das NaOH langsam in das Wasser und rühre dabei ständig um, niemals umgekehrt Wasser in die Lauge gießen. Die Mischung wird warm und dampft leicht, das ist völlig normal. Lass die Lauge auf etwa 40 bis 45 Grad Celsius abkühlen.

Parallel dazu schmilzt du die festen Fette wie Kokosöl und Sheabutter bei niedriger Hitze und gibst danach die flüssigen Öle hinzu. Auch die Fette sollten etwa 40 Grad Celsius erreichen. Wenn Lauge und Öle die gleiche Temperatur haben, gießt du die Lauge langsam durch ein Sieb in die Fette und rührst mit dem Stabmixer. Nach wenigen Minuten entsteht eine puddingartige Masse, die sogenannte Trace. In diesem Zustand lassen sich Lavendelblüten, Haferflocken und ätherisches Öl unterrühren.

Nun füllst du die Seifenmasse in die vorbereitete Form und glättest die Oberfläche mit einem Löffel. Lege ein Handtuch über die Form und lass die Seife 24 bis 48 Stunden in der Form ruhen. Danach kannst du sie aus der Form lösen und in etwa zwei Zentimeter dicke Riegel schneiden. Jetzt beginnt die Reifezeit, in der die Verseifung zu Ende geht und überschüssiges Wasser verdunstet.

Sicherheit beim Umgang mit Lauge

Natriumhydroxid ist eine starke Base und erfordert einen verantwortungsvollen Umgang. Trage beim Anrühren unbedingt säurefeste Handschuhe, Schutzbrille und langärmelige Kleidung. Arbeite in einem gut belüfteten Raum oder öffne das Fenster, denn beim Auflösen von NaOH in Wasser entstehen ätzende Dämpfe. Kinder und Haustiere sollten keinen Zugang zum Arbeitsbereich haben.

Sollte Lauge auf die Haut gelangen, spüle die Stelle sofort mit viel klarem Wasser ab und suche gegebenenfalls einen Arzt auf. Bewahre das NaOH stets in einem verschlossenen, beschrifteten Behälter außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Fertige Seifenstücke sind nach der Reifezeit unbedenklich, da die Lauge vollständig in Seife und Glycerin umgewandelt wird.

Wirkung von Lavendel und Haferflocken auf die Haut

Lavendelöl enthält über hundert verschiedene Inhaltsstoffe, darunter Linalool und Linalylacetat, die für die beruhigende Wirkung verantwortlich sind. In der Aromatherapie wird Lavendel eingesetzt, um Stress abzubauen, den Schlaf zu fördern und eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Schon der Duft beim Händewaschen oder Duschen kann helfen, den Tag ruhiger ausklingen zu lassen.

Haferflocken sind in der Hautpflege seit Langem ein bewährtes Hausmittel. Fein gemahlen wirken sie leicht peelend, ohne die Haut zu reizen, und beruhigen gereizte Stellen. Sie enthalten Beta-Glucane, die Feuchtigkeit binden und die Hautbarriere unterstützen. In Kombination mit Lavendel entsteht eine Seife für empfindliche Haut, trockene Hände im Winter oder einfach als tägliches Pflegehighlight.

Variationen, Farben und hübsche Geschenkverpackungen

Die Grundrezeptur lässt sich nach Lust und Laune anpassen. Statt Lavendelöl kannst du auch Rosmarin, Kamille oder eine Mischung aus Bergamotte und Ylang-Ylang verwenden. Für eine herbstliche Variante passen gemahlene Zimtrinde oder ein Hauch Vanilleextrakt wunderbar.

Zusatz Wirkung auf die Haut Duftcharakter Empfohlene Menge pro 800 g
Lavendelblüten beruhigend, leicht peelend blumig, herb 2 Esslöffel
Haferflocken fein gemahlen feuchtigkeitsbindend neutral 1 Esslöffel
Honigpulver feuchtigkeitsspendend leicht süß 1 Teelöffel
Kamillenblüten entzündungshemmend sanft kräuterig 1 Esslöffel
Aktivkohle porenreinigend neutral 1 Teelöffel
Ringelblumenblüten hautberuhigend leicht harzig 1 Esslöffel

Mit Lebensmittelfarbe, Tonerde oder Aktivkohle lassen sich sanfte Farbverläufe und marmorierte Muster erzeugen. Wer es rustikaler mag, drückt ganze Haferflocken oder Lavendelblüten in die Oberseite der Seife.

Beim Verpacken sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Kraftpapier, eine Schnur aus Hanf und ein kleiner Anhänger aus recyceltem Papier verleihen dem Riegel einen Vintage-Charakter. In einer Schale aus Keramik wird die Seife zum Hingucker im Badezimmer oder zum liebevollen Mitbringsel. Im Übrigen passt eine selbst gemachte Seife auch wunderbar zu einem selbstbewussten Look, etwa zu einem Outfit mit weiter Hose und Crop Top für mutige und Kurvenstolze, wenn du dich nach dem Einseifen noch in Schale wirfst.

Reifezeit, Lagerung und Haltbarkeit

Frisch geschnittene Seife muss mindestens vier bis sechs Wochen an einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort nachreifen. In dieser Zeit verliert die Seife weiterhin Wasser, wird fester und milder im Duft. Wähle zum Lagern ein Regal mit etwas Abstand zwischen den Stücken, damit die Luft zirkulieren kann. Papier statt Plastik ist das Material der Wahl, so kann die Seife atmen und bleibt trotzdem vor Staub geschützt.

Bei richtiger Lagerung hält eine handgemachte Seife etwa ein Jahr, oft länger. Wickel einzelne Stücke in Seidenpapier und bewahre sie in einer Holzkiste auf. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und feuchte Räume wie das Badezimmer, dort kann die Seife weich werden oder ihre ätherischen Öle schneller verlieren. Plane beim Reifen einer frischen Charge direkt die nächste Seife, so entsteht im Laufe der Zeit eine kleine Bibliothek unterschiedlicher Sorten.

Wer Seife mit Selbstpflege kombiniert, schafft sich kleine Rituale, die Körper und Seele guttun. Nach einem Schaumbad am Abend mit deiner frischen Lavendel-Hafer-Seife schmeckt eine wärmende Vegane Kürbissuppe mit Ingwer besonders gut und rundet den Tag entspannt ab. So wird aus einem einfachen DIY-Projekt ein kleines Verwöhnprogramm für die ganze Woche.

Probier die Anleitung in einer ruhigen Stunde aus, teile deine Lieblingsvarianten gerne in den Kommentaren oder schreib mir, welche Düfte dich beim Selbermachen am meisten ansprechen. Kaum etwas fühlt sich so gut an wie ein Riegel, der mit eigenen Händen entstanden ist.

Viel Spaß beim Rühren, Schnuppern und Einseifen!