DIY: Bienenwachskerzen Aus Alten Stümpfen Umweltfreundlich Gießen
Alte Kerzenstümpfe müssen nicht sofort im Restmüll landen. Aus Bienenwachsresten lassen sich mit wenigen Hilfsmitteln neue Kerzen gießen, die warm leuchten, angenehm natürlich duften und jedem gedeckten Tisch eine persönliche Note geben. Das DIY eignet sich auch wunderbar, um aus unterschiedlichen Kerzenresten ein einheitliches Wohnaccessoire zu gestalten.
Bienenwachs ist ein nachwachsender Rohstoff, allerdings nicht automatisch eine rundum umweltfreundliche Wahl. Entscheidend sind die Herkunft des Wachses, kurze Transportwege und der bewusste Umgang mit Material. Wer vorhandene Kerzenreste weiterverwendet, spart zumindest neue Rohstoffe und verlängert die Lebensdauer eines Produkts.
Beim Arbeiten sind Geduld und Sicherheit wichtiger als perfektes Aussehen. Kleine Unebenheiten, Farbverläufe oder Luftblasen machen jede selbst gegossene Kerze einzigartig. Mit der richtigen Vorbereitung gelingt das Upcycling auch ohne umfangreiche Bastelerfahrung.
Alte Kerzenstümpfe Richtig Vorbereiten
Zuerst werden die Wachsreste nach Möglichkeit sortiert. Reines Bienenwachs ist meist goldgelb bis hellbraun und verströmt einen milden, honigartigen Duft. In alten Stümpfen können allerdings Paraffin, Stearin, Farbpigmente oder Duftstoffe enthalten sein. Eine Mischung ist grundsätzlich möglich, verändert jedoch Brennverhalten, Farbe und Geruch der neuen Kerze.
Dochtreste, Metallplättchen und grobe Verschmutzungen sollten entfernt werden. Das gelingt, indem die Kerzenstücke mit einem Messer zerkleinert oder vorsichtig in kleinere Stücke gebrochen werden. Besonders sorgfältig sollte man nach Metallklammern suchen, weil sie später die Form beschädigen oder beim Herauslösen stören können.
Sehr dunkle und stark beduftete Reste können den typischen Honigduft des Bienenwachses überdecken. Wer eine möglichst natürliche Kerze herstellen möchte, verwendet helle, unbeduftete Stücke und mischt sie mit wenigen farblich passenden Resten. Ein kleiner Test im Schmelzgefäß zeigt, wie die Kombination später wirkt.
Das Wird Für Den Kerzenguss Benötigt
Für das Einschmelzen braucht man einen hitzefesten Behälter, einen Topf für ein Wasserbad, einen Holzspieß oder alten Löffel zum Umrühren und eine geeignete Gießform. Ein ausgedientes Marmeladenglas, eine Silikonform oder eine leere Konservendose kann als Form dienen. Behälter, die später wieder für Lebensmittel genutzt werden, sollten nicht mit Wachs in Berührung kommen.
Der Docht muss zur Größe der Kerze passen. Für schmale Formen reicht häufig ein dünner Baumwolldocht, bei breiteren Gefäßen ist ein stärkerer Docht sinnvoll. Vorgewachste Dochte lassen sich leichter befestigen. Alternativ wird ein Baumwollfaden in etwas geschmolzenes Wachs getaucht und gerade zum Trocknen aufgehängt.
Praktisch sind außerdem zwei Holzstäbchen oder Wäscheklammern, um den Docht mittig zu halten. Zeitungspapier schützt die Arbeitsfläche, während Küchenpapier kleine Wachsspritzer aufnimmt. Für eine besonders ordentliche Vorbereitung können die Formen leicht angewärmt werden. Dadurch kühlt das flüssige Wachs langsamer ab und zieht sich weniger stark zusammen.
Wachs Sicher Und Schonend Schmelzen
Bienenwachs sollte niemals direkt in einem Topf auf der Herdplatte erhitzt werden. Ein Wasserbad verteilt die Wärme gleichmäßiger und reduziert das Risiko, dass das Wachs zu heiß wird. Die Stücke kommen in ein separates, hitzefestes Gefäß, das im warmen Wasser steht. Dabei darf kein Wasser in das Wachs gelangen.
Das Gefäß wird langsam erwärmt und gelegentlich umgerührt. Bienenwachs schmilzt ungefähr ab 62 Grad Celsius, für den Guss reicht meist eine Temperatur zwischen 70 und 80 Grad. Ein Küchenthermometer hilft bei der Orientierung, ist aber kein Muss. Sobald keine festen Stücke mehr zu sehen sind, kann der Behälter vorsichtig aus dem Wasserbad genommen werden.
| Arbeitsschritt | Worauf es ankommt | Häufiger Fehler |
|---|---|---|
| Wachs sortieren | Dochte, Metallteile und Schmutz entfernen | Alles ungeprüft vermischen |
| Im Wasserbad schmelzen | Langsam und kontrolliert erwärmen | Wachs direkt auf der Herdplatte erhitzen |
| Docht befestigen | Mittig und möglichst gerade ausrichten | Docht lose in die Form legen |
| Wachs eingießen | Ruhig und gleichmäßig arbeiten | Zu schnell oder aus großer Höhe gießen |
| Kerze aushärten lassen | Mehrere Stunden nicht bewegen | Zu frühes Herauslösen |
| Oberfläche nachbearbeiten | Kleine Vertiefung bei Bedarf auffüllen | Risse mit offener Flamme erhitzen |
Kommt das Wachs versehentlich zu stark auf Temperatur, sollte es vom Herd genommen und in Ruhe abkühlen. Wasser, Feuer und flüssiges Wachs gehören nicht unbeaufsichtigt nebeneinander. Wachsflecken auf Metall oder Glas lassen sich nach dem Erkalten meist abheben. In Abflüsse gehört Wachs dagegen nicht, da es dort hart werden und Rohre verstopfen kann.
Formen Befüllen Und Aushärten Lassen
Vor dem Eingießen wird der Docht am Boden der Form befestigt. Ein Tropfen flüssiges Wachs oder ein spezieller Dochtkleber hält ihn an seinem Platz. Anschließend wird das obere Ende zwischen zwei Holzstäbchen eingespannt. Es sollte möglichst senkrecht in der Mitte stehen, damit die fertige Kerze gleichmäßig abbrennt.
Das flüssige Bienenwachs wird langsam in die Form gegossen. Ein kleiner Rand sollte frei bleiben, damit beim späteren Abbrennen nichts überläuft. Nach kurzer Zeit bildet sich an der Oberfläche eine matte Schicht. Die Kerze bleibt trotzdem mehrere Stunden unberührt stehen, am besten über Nacht.
Beim Abkühlen kann sich in der Mitte eine Mulde bilden. Das ist bei Bienenwachs normal, weil das Material beim Erstarren schrumpft. In diesem Fall wird eine kleine Menge Wachs erneut geschmolzen und vorsichtig nachgegossen. Große Temperaturunterschiede sollten vermieden werden, da sie Risse an der Oberfläche begünstigen können.
Natürliche Optik Und Persönliche Details
Die klassische Farbe von Bienenwachs passt zu natürlichen Materialien wie Leinen, Holz, Keramik und getrockneten Blüten. Für eine dezente Farbgestaltung können helle und dunklere Wachsreste schichtweise eingefüllt werden. Jede Schicht sollte kurz anziehen, bevor die nächste folgt. So entstehen ruhige Streifen statt einer vollständigen Vermischung.
Getrocknete Kräuter, Blüten oder Gewürze sehen in einer Kerze dekorativ aus, sind beim Abbrennen jedoch nicht immer sicher. Lose Pflanzenteile in Dochnähe können Feuer fangen. Deshalb sollten sie höchstens außen an der Form oder als Bestandteil eines separaten Anhängers verwendet werden. Ätherische Öle gehören nur in sehr geringer Dosierung und mit Bedacht ins Wachs, weil nicht jedes Öl für Kerzen geeignet ist.
Wer die fertige Kerze verschenken möchte, kann sie mit einem Papieretikett, einer Kordel oder einem Stoffrest dekorieren. Eine kleine Notiz mit dem Hinweis „Bienenwachskerze aus wiederverwendeten Kerzenresten“ macht die Herkunft sichtbar. Ergänzende Ideen für eine stimmige, persönliche Atmosphäre finden sich auch im Bereich Lifestyle-Inspiration.
Umweltbewusst Verwenden Und Pflegen
Die umweltfreundlichste Kerze ist eine, die möglichst lange genutzt wird. Der Docht sollte vor jedem Anzünden auf ungefähr fünf Millimeter gekürzt werden. Dadurch brennt die Flamme ruhiger und rußt weniger. Beim ersten Anzünden sollte die gesamte Oberfläche bis zum Rand flüssig werden, damit kein tiefer Tunnel entsteht.
Eine selbst gegossene Kerze sollte auf einer feuerfesten Unterlage stehen und nie ohne Aufsicht brennen. Zugluft, leicht entzündliche Dekorationen und die Nähe zu Vorhängen sind zu vermeiden. Kinder und Haustiere sollten keinen unbeaufsichtigten Zugang zur Flamme haben. Ist nur noch ein kleiner Wachsrest vorhanden, wird die Kerze gelöscht und vollständig abkühlen gelassen.
Für die persönliche Nutzung empfiehlt sich eine kleine Sammlung gleicher Formen, weil sich dadurch Wachsreste gezielt aufbewahren lassen. Auch Gläser und dekorative Gefäße können erneut verwendet werden, sofern sie hitzefest sind. Wer sich für einen ganzheitlichen, bewussten Alltag interessiert, findet bei Beauty und Pflege weitere Anregungen, die sich mit einem achtsamen Umgang mit Dingen verbinden lassen.
Beim Kauf von zusätzlichem Wachs lohnt sich ein Blick auf Herkunft und Verarbeitung. Regionales Bienenwachs mit nachvollziehbarer Herkunft ist meist die bessere Wahl als Ware mit langen Transportwegen. Gleichzeitig sollte man keine großen Mengen neu kaufen, wenn bereits genügend Reste vorhanden sind. Upcycling lebt davon, vorhandenes Material kreativ einzusetzen.
Darauf Kommt Es Beim DIY Besonders An
- Bienenwachsreste vor dem Schmelzen gründlich von Dochten, Metall und Schmutz befreien.
- Das Wachs ausschließlich im Wasserbad und unter ständiger Aufsicht erwärmen.
- Dochtstärke und Kerzendurchmesser aufeinander abstimmen.
- Die Form nach dem Gießen mehrere Stunden nicht bewegen.
- Die fertige Kerze auf einer feuerfesten Unterlage und niemals unbeaufsichtigt abbrennen.
Aus alten Kerzenstümpfen entsteht so ein kleines Einzelstück mit sichtbarer Geschichte. Die Herstellung spart kein großes Vermögen und ersetzt auch nicht jede neu gekaufte Kerze, doch sie schenkt vorhandenen Resten einen sinnvollen weiteren Einsatz. Wer beim nächsten Aufräumen Wachs beiseitelegt, kann daraus mit wenig Aufwand eine warme, nachhaltigere Lichtquelle für das eigene Zuhause gestalten.