Aufbewahrungskörbe aus Zeitungspapier flechten

Alte Zeitungen müssen nicht im Altpapier landen, sobald die Schlagzeilen gelesen sind. Aus den bedruckten Seiten lassen sich mit etwas Geduld stabile Aufbewahrungskörbe flechten, die im Bad, im Kleiderschrank, im Wohnzimmer oder auf dem Schreibtisch nützlich werden. Das Material kostet fast nichts und bringt gleichzeitig eine persönliche, leicht nostalgische Optik mit.

Das DIY passt besonders gut zu einem bewussteren Alltag. Zeitungspapier wird weiterverwendet, vorhandene Kartons können als Form dienen und für die Oberfläche braucht es je nach Geschmack nur Klebstoff, Farbe oder einen natürlichen Schutzanstrich. Jeder Korb darf dabei ein wenig anders aussehen – kleine Unregelmäßigkeiten gehören zum handgemachten Charakter.

Wer gerne ausprobiert, wie aus einfachen Dingen etwas Schönes entsteht, findet auch im Pressebereich des Blogs Einblicke in die Themenwelt von Plussize-Crush. Das kreative Projekt verbindet Nachhaltigkeit mit praktischer Wohnidee und lässt sich an die eigene Einrichtung anpassen.

Das wird für die Papierkörbe benötigt

Für einen kleinen bis mittelgroßen Korb reichen einige Zeitungen, ein Stück fester Karton, Bastelkleber und eine Schere. Zusätzlich sind ein Lineal, ein Bleistift, Wäscheklammern oder Klammern sowie ein dünner Holzspieß hilfreich. Der Spieß erleichtert das Rollen der Papierstreifen und sorgt dafür, dass die Röhren möglichst gleichmäßig werden.

Als Grundlage eignet sich ein flacher Karton, zum Beispiel von einer Müslipackung oder einem Versandkarton. Wer einen besonders stabilen Korb plant, kann zwei Kartonstücke übereinanderkleben. Eine Schüssel oder kleine Box dient als Form, um während des Flechtens die gewünschte Breite und Höhe zu halten.

Material Zweck Praktische Alternative
Zeitungspapier Flechtstreifen und Papierröhren Alte Magazine oder Packpapier
Fester Karton Boden des Korbs Dünnes Sperrholz
Bastelkleber Fixieren der Streifen Kleister oder Holzleim
Holzspieß Rollen der Röhren Dünner Stricknadel
Schere und Lineal Zuschneiden und Abmessen Cutter mit Schneidematte
Acrylfarbe oder Lack Farbfinish und Schutz Wandfarbe, verdünnter Holzleim

Die Druckerschwärze kann an den Händen abfärben, deshalb sind dünne Einweghandschuhe oder gründliches Händewaschen sinnvoll. Bei Kleber und Lack sollte der Arbeitsplatz gut belüftet sein. Eine alte Tischdecke schützt die Oberfläche vor Kleberesten.

Papierstreifen und Röhren vorbereiten

Zuerst werden die Zeitungsseiten auseinandergefaltet und in längliche Streifen geschnitten. Eine Breite von ungefähr sieben bis zehn Zentimetern ist ein guter Ausgangspunkt. Schmale Streifen ergeben feinere Röhren, während breitere Streifen einen rustikaleren und kräftigeren Korb hervorbringen.

Jeder Streifen wird diagonal um den Holzspieß gewickelt. Dabei sollte eine Ecke etwas schräg über den Spieß geführt und das Papier möglichst eng aufgerollt werden. Am Ende wird die letzte Spitze mit einem kleinen Tropfen Klebstoff fixiert. Die Röhren dürfen an einem Ende schmaler als am anderen sein – dadurch lassen sie sich später ineinanderschieben und verlängern.

Für einen Korb werden meist deutlich mehr Papierröhren gebraucht, als zunächst vermutet. Es lohnt sich, eine größere Menge vorzubereiten und sie nach Länge zu sortieren. Wer beim Rollen nicht zu stark drückt, erhält flexible Streifen, die sich leichter biegen lassen und weniger schnell knicken.

Den Boden als stabile Basis flechten

Für den Boden werden mehrere Papierröhren senkrecht nebeneinandergelegt und mit waagerechten Röhren verflochten. Je nach gewünschter Form entsteht so ein quadratischer, rechteckiger oder länglicher Untergrund. Die Abstände sollten möglichst gleichmäßig sein, damit die Seiten später gerade hochlaufen.

Ein Kartonboden macht den Einstieg einfacher. Dafür wird ein Stück Karton in der gewünschten Größe zugeschnitten und rundherum werden Papierröhren mit Kleber befestigt. Diese sogenannten Aufsteller bilden die späteren Seitenstreben. Eine zweite Kartonschicht kann darübergeklebt werden, sodass die Klebestellen verschwinden und der Boden belastbarer wird.

Anschließend wird eine waagerechte Röhre abwechselnd vor und hinter den senkrechten Streben geführt. Mit jeder Runde wird das Geflecht vorsichtig zusammengeschoben. Die Form sollte regelmäßig kontrolliert werden: Bei einem rechteckigen Korb bleiben die Ecken klar, bei einem runden Modell wird die Reihe gleichmäßig um die Schüssel oder Dose herumgelegt.

Die Seitenwand Schritt für Schritt formen

Sobald der Boden fertig ist, werden die aufstehenden Röhren nach oben gebogen. Dieser Moment braucht etwas Feingefühl, weil das Zeitungspapier an den Übergängen leicht einreißen kann. Ein leichtes Anfeuchten mit einem feinen Wassersprüher macht die Streifen geschmeidiger, sie sollten allerdings nicht nass werden.

Für die Seiten wird die Arbeitsröhre abwechselnd außen und innen um die Streben geführt. Nach jeder Runde wird das Geflecht mit den Fingern nach unten geschoben. So entstehen kompakte Reihen ohne große Lücken. Eine Schüssel im Inneren hilft, die Wände gleichmäßig auszurichten und verhindert, dass der Korb zu einer Seite kippt.

Wenn eine Röhre zu Ende geht, wird ihr schmales Ende in die nächste Röhre geschoben. Ein wenig Kleber an der Verbindung gibt zusätzliche Sicherheit. Unterschiedliche Drucke und Papierfarben können bewusst eingesetzt werden: Schwarze Schrift wirkt grafisch, farbige Anzeigen setzen Akzente und weitgehend weiße Seiten erzeugen einen ruhigeren Look.

Rand, Oberfläche und individuelle Gestaltung

Für den Abschluss werden die senkrechten Streben nach innen gelegt und durch einige Flechtreihen geführt. Alternativ können sie auf eine einheitliche Länge gekürzt und mit einer zusätzlichen Papierröhre umrandet werden. Der Rand sollte stabil und sauber sein, weil er beim täglichen Gebrauch besonders häufig angefasst wird.

Nach dem Trocknen kann der Korb mit verdünntem Holzleim, Klarlack oder einem umweltfreundlichen Schutzanstrich versiegelt werden. Das macht ihn widerstandsfähiger gegen Staub und leichte Feuchtigkeit. Für das Badezimmer sollte er trotzdem nicht direkt neben Dusche oder Waschbecken stehen, denn Zeitungspapier bleibt empfindlich gegenüber dauerhaftem Wasser.

Wer Farbe mag, kann den fertigen Korb mit matter Acrylfarbe streichen. Beige, Salbeigrün, Terrakotta oder Schwarz passen zu vielen Wohnstilen. Eine zweifarbige Gestaltung betont die Flechtstruktur, während nur der Rand in einer Kontrastfarbe besonders dezent wirkt. Stoffreste, ein Lederband oder eine kleine Papierlasche können zusätzlich als Griff dienen.

Nützliche Einsatzorte im Alltag

Die selbst geflochtenen Behälter eignen sich für leichte Gegenstände. Im Kleiderschrank sammeln sie Gürtel, Tücher oder Accessoires, im Bad bewahren sie Haarbürsten und Handtücher auf. Auf dem Schreibtisch finden Ladekabel, Stifte und Notizblöcke ihren Platz. Ein größerer Korb kann als Sammelstelle für ungelesene Zeitschriften dienen.

Auch im Eingangsbereich sind mehrere unterschiedlich große Körbe praktisch. Einer nimmt Schlüssel und Sonnenbrillen auf, ein anderer Mützen oder Handschuhe. Für schwere Bücher, nasse Textilien oder Lebensmittel sind die Papierkörbe weniger geeignet. Ihre Stabilität steigt zwar durch mehrere Flechtlagen und eine Versiegelung, sie ersetzen dennoch keine robusten Aufbewahrungsboxen aus Holz oder Kunststoff.

Die persönliche Note entsteht oft durch die Nutzung. Ein Korb neben dem Bett kann kleine Dinge sammeln, die sonst herumliegen, während ein Modell im Badezimmer an eine entspannte Pflegeroutine erinnert. Ideen für kleine Alltagsrituale finden sich etwa in der Morgenroutine mit Journal, die sich ebenfalls um bewusste, persönliche Momente dreht.

Nachhaltig basteln und lange Freude daran haben

Der ökologische Vorteil liegt vor allem in der Wiederverwendung von Material, das bereits vorhanden ist. Neue Bastelpapiere müssen nicht gekauft werden, und alte Kartons erhalten eine zweite Aufgabe. Noch nachhaltiger wird das Projekt, wenn lösemittelfreier Kleber, wasserbasierter Lack und vorhandene Farbreste zum Einsatz kommen.

Auch bei der Herstellung darf langsam gearbeitet werden. Zeitungspapier ist kein vollkommen gleichmäßiges Material, deshalb entstehen gelegentlich kleine Falten oder Unterschiede in der Stärke. Das ist kein Fehler, sondern macht jedes Stück individuell. Wer besonders regelmäßig arbeiten möchte, kann sich zunächst an einem kleinen Stiftebecher versuchen.

  • Für einen ersten Versuch einen kleinen, rechteckigen Korb wählen.
  • Die Papierröhren möglichst gleichmäßig und nicht zu locker rollen.
  • Den Boden vor dem Flechten sorgfältig ausrichten.
  • Die Form während jeder Runde mit einer Schüssel oder Box stabilisieren.
  • Den fertigen Korb vollständig trocknen lassen, bevor er belastet wird.

Mit derselben Technik lassen sich später auch Deckel, Henkel oder mehrere Körbe im passenden Set gestalten. Reiseerinnerungen können dabei eine schöne Farbidee liefern: Ein selbst gemachter Korb im Flur bewahrt zum Beispiel Sonnenhüte und Tücher auf, die an einen Wanderurlaub in Südtirol erinnern.

Aus alten Zeitungsseiten entsteht so ein funktionaler Begleiter mit sichtbarer Geschichte. Das Flechten entschleunigt, benötigt wenig Material und lässt Raum für einen eigenen Stil. Ob naturbelassen, bunt bemalt oder schlicht versiegelt: Wer den nächsten Stapel Altpapier nicht sofort wegbringt, kann daraus zunächst einen individuellen Aufbewahrungskorb gestalten und damit Ordnung auf eine kreative Weise schaffen.